Die Schneiderin
Als Wäscherin hat sie angefangen, als Sekretärin ist sie aufgestiegen und als Souffleuse ist sie unter die Bühne abgestiegen.
Nun ist sie: Die Schneiderin
Gardi Hutter ist die Gallionsfigur der Clownsparte - und das seit Jahren. Man glaubt, sie zu kennen, und doch überrascht uns jedes Stück von neuem. So ist es auch mit der «Schneiderin»: Schon das Bühnenbild sorgt für abendfüllendes optisches Staunen: «Eine Schneiderwerkstatt, wie sie sich Alice in ihrem Wunderland wohl eingerichtet hätte und von der Kinder träumen würden.» (Carolin von Nordeck)
Es sind die Bretter des Schneidertisches, die ihr die Welt bedeuten. Ein Blick durchs Knopfloch genügt: Erzählstoff gibt’s in Ballen. Gardi Hutter richtet mit der grossen Schere an: Wie immer wird weder an Boshaftigkeit noch an Unglück gespart. Sie lässt die Puppen tanzen – die Schneiderpuppen. Abgründe tun sich im Nähkästchen auf. Bei so vielen Spulen kann sogar das Schicksal den Faden verlieren.
Mit Die Schneiderin erschaffen Gardi Hutter und Michael Vogel («Familie Flöz») ein Theaterstück über die Endlichkeit des Seins und die Unendlichkeit des Spiels. Ausserhalb der Zeit.