Samstag, 4. November 2017 20:00, KKThun, Schadausaal

Funky Zentimenty

Piet Klocke

Piet Klocke, der von seinem Äusseren her an den grossen Karl Valentin erinnert, ist in jeder Hinsicht schwer zu fassen. Das beginnt schon mit seiner Körpersprache; vom Stillsitzen hält er wenig. Auch seine Sprache irrlichtert hin und her; die meisten Sätze führt er nicht zu Ende.

Klockes tiefsinniges Spiel mit heiterem Blödsinn erinnert bisweilen an den Dadaismus. Hundert Jahre nach der Gründung des Cabaret Voltaire in Zürich, des Geburtsortes des Dadaismus, feiert diese Kunstform eine Auferstehung in moderner Art.

Piet Klocke ist ein Multitalent; einst spielte er in einer Jazz-Punkband, später machte er Filmmusik, dann kam sein Durchbruch als Komiker. Seit neustem «wlancholisiert Klocke als Wandergitarrist durch Raum und Tal und übermannt seine Gefühle durch strafende Blicke».

Seine Aphorismen helfen uns durch düstere Momente. Beispiel gefällig? «Liebe ist oft am stärksten, wenn die Beteiligten gar nicht zu Hause sind.» Als Vorbereitung auf die Vorstellung ein Lesetipp: Piet Klocke, «Kühe grasen nicht, sie sprechen mit der Erde».